Microformats

Microformats

Ein kleines Format kommt ganz groß raus

HTML als Grundbaustein des Internets kann leider nicht alles. Wie zeichnet man z.B. ein Datum oder eine Adresse aus? Wie macht man kenntlich, dass es sich um einen Veranstaltungstermin handelt, der nächsten Dienstag um 14 Uhr statt findet - und wie bekomm ich den in meinen Terminkalender, ohne alles Schritt für Schritt zu kopieren? Die Antwort auf diese Fragen sind: Microformats (Mikroformate).

Bitte weiterempfehlen :-) These icons link to social bookmarking sites where readers can share and discover new web pages.
  • Digg
  • Sphinn
  • del.icio.us
  • Facebook
  • Mixx
  • Google
  • MisterWong
  • StumbleUpon
  • Webnews.de

 

Für Computer bestehen Webseiten nur aus Texten, Bildern, Videos und Datei-Verweisen. Was diese Elemente jedoch aussagen und welcher Inhalt sich hinter ihnen verbirgt, bleibt einer Maschine verborgen. Nur dem Menschen wird durch Betrachten der Internetseite klar, was hier präsentiert wird. Die Darstellung stellt für Browser kein Problem dar. Das Verstehen des Dargestellten allerdings wohl. Hier kommen nun die Microformats ins Spiel, die den Browsern etwas unter die Arme greifen wollen.

Microformats kennzeichnen Inhalte

Microformats ermöglichen es, Informationen aus Webseiten zu extrahieren und in eigenen Web- oder Desktopanwendungen zu benutzen. Durch Microformats wird dieses Verfahren sehr einfach und kann sehr schnell in bestehende Applikationen und Webseiten implementiert werden. Ein einfaches Beispiel wäre z.B. das Übertragen einer Adresse von einer Webseite in mein persönliches Adressbuch mit nur einem Klick. Ein zweiter Klick könnte mir die Adresse direkt in GoogleMaps anzeigen oder die Veranstaltungsdaten auf der gleichen Seite in meinen Terminkalender übernehmen (Diese Szenarien sind z.B. mit dem Operator-Plugin für Firefox möglich). 

Dies ist auch der Grund, warum sich Microformats so schnell als “Quasi-Standard” etabliert haben. Auch Bill Gates erkannte schon 2006, dass die kleinen Formate ein großer Schritt für die Entwicklung des Webs werden würden. 

We need microformats and to get people to agree on them. It is going to bootstrap exchanging data on the Web.

Bill Gates, Mix06 Conference

Praktischer Ansatz für das Semantische Web

Obwohl (X)HTML schon viele Daten beschreiben kann, die auf einer Webseite erscheinen, fehlt jedoch die Möglichkeit wirkliche Inhalte darzustellen. Microformats versuchen diese Lücke zu schließen und das Web in Richtung “semantic web” zu bewegen.

Tim Berners-Lee (quasi der “Erfinder des Internets”) wollte mit dem RDF-Format eine Grundbaustein des semantischen Webs legen. Leider ist RDF doch so kompliziert, dass es viele Webdesigner nur ungern anwenden und es in den meisten Web Applikationen auch nicht auftaucht auch wenn das W3C schon an Vereinfachungen arbeitet. Microformats gehen jedoch den umgekehrten Weg und versuchen den existieren HTML-Standard so auszureizen, dass man ihn mit semantischen Funktionen anreichern kann. Sie sind also eher ein evolutionärer, anstatt ein revolutionärer Ansatz, der die aktuellen und speziellen Probleme von Webseiten adressiert. 

Wo werden Microformats verwendet?

Microformats werden auf immer mehr Seiten verwendet. Der normale Internetnutzer bekommt nur meistens nichts davon mit. Seiten wie Yahoo, Flickr, Xing, Twitter, Del.icio.us, etc. nutzen z.B. Microformats, um ihre Daten besser auszuzeichnen. Dabei werden Microformats vor allem für die Auszeichnung folgender Formate eingesetzt: 

  • Adressdaten von Personen und Unternehmen (”hcard“)
  • Veranstaltungen, Termine (”hcalender“)
  • Links zu Freunden und Kollegen (”XFN“)
  • Bewertungen, Meinungen (”hReview“)

Es gibt noch unzählige weitere Microformats, die alle für spezielle Inhalte (z.B. Lebenslauf, Sozialer Graph, etc.) verwendet werden. Die meisten setzen sich jedoch aus den oben aufgelisteten Formaten zusammen. 

Wie sieht nun so ein Microformat aus?

In der Praxis verwendet man dazu meistens das class-Tag (z.B. class=”vcard” für eine Visitenkarte). Das class-Attribut wird hauptsächlich für die Gestaltung einer Webseite benutzt (zum Einsatz von CSS), kann jedoch laut W3C auch für andere Dinge, wie z.B. Microformats verwendet werden. 

Ein ganz einfaches Beispiel wäre z.B. eine Adresskarte, bei der ein Name (Henrik Wissing) mit einer Internetseite verknüpft wird (www.webzumnachtisch.de). Der Attributswert “vcard” gibt bekannt, dass es sich hier um eine Visitenkarte handelt. “url” gibt den Link zur der Webseite an und “fn” steht für “Firstname Name”.

<div class="vcard">

<a class="url fn" href="http://www.webzumnachtisch.de/">Henrik Wissing</a>

</div> 

Microformats bieten somit neue Möglichkeiten Inhalte semantisch zu beschreiben, einfacher zu exportieren und zu importieren und stellen einen großen Mehrwert für Nutzer dar - ohne dass dieser das merken muss.

Die besten Erfindungen sind doch die, die man gar nicht bemerkt und die einem den Alltag automatisch vereinfachen. Ein Beispiel sind Microformats.

Bitte weiterempfehlen :-) These icons link to social bookmarking sites where readers can share and discover new web pages.
  • Digg
  • Sphinn
  • del.icio.us
  • Facebook
  • Mixx
  • Google
  • MisterWong
  • StumbleUpon
  • Webnews.de

Kommentar hinzufügen

*
*

* = Pflichtfelder